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Organsprache #03 Harnblase

Die Harnblase

Die Blase ist ein Hohlorgan im Gegensatz zu ihrem "Partner", den Nieren. Sie ist das Auffangbecken für das, was die Nieren aus dem Blut herausgefiltert haben und was ausgeschieden werden soll. Dabei handelt es auf der körperlichen wie auch der energetischen und emotionalen Ebene um Altes, Verbrauchtes, Toxisches. Besonders bei Frauen ist sie recht anfällig für Infektionen, da die Harnröhre im Gegensatz zum männlichen Körper relativ kurz ist, und sie sehr nah bei den Geschlechtsorganen und dem Darmausgang liegt.

 

Die Blase in der Organsprache

Diese Ausscheidungsaufgabe kann man auf die Seelenebene ebenso umlegen: negative, schwächende und zumeist alte Emotionen, die z. T. in der weit entfernten Vergangenheit liegen oder schon lange andauern und die nicht verarbeitet wurden, hängen in der Blase fest.

 

Urin = Wasser, und wir wissen, Wasser steht für Gefühle. Die funktionierende Blase steht symbolisch für einen "sicheren Durchgang deiner Gefühle durch dich selbst".

 

Probleme der Blase zeigen in Richtung von Tränen, die nicht geweint wurden. Man sagt "die Tränen haben den falschen Weg genommen". Ungeweinte Tränen machen sich über Blasen-Beschwerden bemerkbar.

 

Die Blase ist quasi das kontrollierende Auge, die innere Sicherheitsinstanz, die dafür sorgt, dass du auf deine innere Gefühlswelt hörst.

 

Blase und Zuordnungen zu anderen Körperbereichen

Organisch-energetisch bestehen Zusammenhänge zu den Augen (dem Sehen) und den Ohren (wie bei den Nieren), den (hinteren) Knien und den Füßen, dem unteren Rücken (Kreuz- und Steißbein) sowie zur Zirbeldrüse/Epiphyse (dem 3. Auge). Wie bei den Nieren, besteht eine Verbindung zu den 1er und 2er Zähnen in allen Quadranten. Außerdem wird die Blase dem 2. Chakra zugeordnet (Sicherheit, kreative Energie, Sexualität, das Genießen mit allen Sinnen). Hier haben wir wieder die Nähe zu den Geschlechtsorganen und in diesem Bereich kann es auch um Machtspiele (besonders im Beziehungsbereich) gehen.

 

Verlauf des Blasenmeridianes:

Der Blasenmeridian mit seinen Akupunkturpunkten verläuft vom inneren Augenwinkel über die Kopfvorderseite, über den Schädel und absteigend über den Hals, neben der Wirbelsäule, entlang der hinteren Seite des Beines bis zum kleinen Zeh. Man kann sich ausmalen, wo überall Beschwerden auftreten können, wenn sie emotional mit der Blase bzw. dem Blasensystem zusammenhängen und auf dem Weg des Meridians liegen.

 

Körperlich können hier -neben den konkreten Blasenproblemen- Beschwerden auftreten, wie z. B. 

  • Kopfschmerzen
  • Probleme der vorderen Schneidezähne
  • Augentränen und Fließschnupfen
  • Störungen des Innenohrs (Gleichgewicht) / Schwindel
  • Rückenschmerzen durch verspannte, wirbelsäulennahe Muskulatur oder
  • rheumaartige Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule, Schultern, Nacken, unterer Rücken
  • Schmerzen im Ischiasnerv-Verlauf
  • Bakerzyste (Kniekehle)
  • Wadenkrämpfe, schwache Knöchel, Fersenschmerzen
  • Entzündungen oder Schmerzen im Prostata-Bereich
  • Kälteempfindlichkeit

Wenn bei Beschwerden, die dem Funktionskreis Blase/Nieren zugeordnet sind, keine organische Ursache gefunden werden kann, wäre es ratsam, sich die Zusammenhänge anzusehen.

 

Gefühlsmandala nach Dr. Klinghardt

Scham

gelähmter Wille

unerfüllte Liebessehnsucht

Verletztheit

Ungeduld

Selbstmitleid

Angst, auf eigenen Füßen zu stehen

beleidigt

Gleichgültigkeit

Schuldzuweisungen

 

gereizt, Reizbarkeit

etwas nicht verstehen können

Einsamkeit

Angst, Schrecken, Panik

Frustration

Ruhelosigkeit

Sinnlosigkeit

Anspannung, Druck

Trauer


Symbolische Sätze, die wir kennen:

  • Eine "Konfirmandenblase" haben (oft vorzugeben, zur Toilette zu müssen, um sich vor etwas zu drücken)
  • eine schwache Blase haben (Urin zu halten fällt schwer)
  • sich in die Hose machen (vor Angst, Nervosität, oder auch vor Lachen = Kontrollverlust und die Gefühle fließen)
  • Druck auf der Blase (innerer Druck/unter großem Druck stehen, bis zum Anschlag)

 

Thema: Gefühle

Die Hauptthemen der Blase sind:

GEFÜHLE und Angst, sie zu fühlen.

Wie wir wissen, gehört die Blase zum Wasser-Element und Wasser ist immer assoziiert mit Gefühlen und ihrem Wahrnehmen, freien Fließen, sowie der Fähigkeit, hierin eintauchen zu können.

 

Es geht um ÄNGSTE in vielfältigster Weise. Vor was? Vor seelischem Schmerz, vor Konflikten, vor Druck, Kontrollverlust, zu hohen Erwartungen, Schuld, verletzt zu werden, u. a. Auch Machtlosigkeit spielt eine Rolle, sowie nicht verarbeitete Trauer (weil man sich hier meist mit einem schmerzlichen Verlust auseinandersetzen muss).

 

Es gibt natürlich ähnliche Themen wie bei den NIEREN, denn das Nieren-Blasen-System hängt ja sehr eng zusammen, und beides ist dem WASSER-Element zugeordnet.

 

Beispiele von Erkrankungen der Blase und ihre möglichen emotionalen/psychischen Hintergründe:

Blasenentleerungsprobleme:

Angst engt dich ein und verhindert, dass Gefühle frei fließen können. Und gleichzeitig ist da ein Druck. Du traust deinen Gefühlen nicht mehr so recht? Vielleicht weil du verletzt und gedemütigt wurdest? Ballst du deine Faust tief in der Hosentasche, so dass es keiner sehen kann? Vielleicht würdest du am liebsten laut schreien? Teller an die Wand werfen? Nein, das geht nicht, das muss unterdrückt werden. Keiner darf merken, wie es in dir aussieht. Lieber eine Maske aufsetzen und eine Rolle spielen. Sonst könnte das Ganze eskalieren - und vor dieser Konfrontation fürchtest du dich.

 

Blasenentzündung / Zystitis:
Es wütet ein Konflikt von aggressiven, harten Emotionen in dir. Bis nichts mehr geht. Nur noch Gefühlsstarre. Wie stillgelegt. Eigentlich möchtest du deine Gefühle ganz für dich behalten. Das ist wie ein See ohne Zu- und Ablauf, mit einer Eisdecke darüber. Stehend, ruhig. So hättest du das am liebsten. Wie erstarrt. Doch sie brodeln in dir. Hitzige Gefühle! Sie müssen fließen. Und das brennt (auch beim Wasserlassen).
Vertraust du der „Welt da draußen“ nicht? Schiebst du die „Schuld“ auf andere? Auf die Welt, oder bestimmte Personen, oder Umstände? Oder hat jemand dein "Revier" verletzt? Immer und immer wieder?
Die Lösung wäre, dich zu trauen, deine Aggression und Wut anzuerkennen, zu sehen, und frei zu äußern. Sie fließen zu lassen. Und zu schauen, wo DEINE Macht liegt, die Dinge zu ändern. Denn die Dinge im Außen (Partner, Chef,  „die Welt“) sind Spiegel dessen, was dein eigener innerer Schattenanteil ist (das, was du nicht wahrhaben möchtest und ablehnst).

 

Bei rezidivierender Zystitis (immer wiederkehrend) blockierst du dich ständig selbst und kommst nicht weiter. Welche Situation in deinem Leben, die du nicht veränderst, macht dich so wütend und blockiert dich so sehr?  Was engt dich so ein? Was wäre, wenn du deine Wut, deine Frustration, deine Aggression, endlich frei lassen würdest? Damit du wieder mit dir selbst liebevoll verbunden sein kannst.

Honeymoon-Zystitis:
Hier wird deutlich, wie eng die Blase mit den Geschlechtsorganen zusammenhängt. Beide beeinflussen sich gegenseitig, sowohl körperlich als auch energetisch.

Inkontinenz:
Die andere Richtung: der Urin kann nicht gehalten werden = Kontrollverlust. Emotionen fließen quasi über, aber nicht „freiwillig“. Gefühle, die schon über sehr lange Zeit gehalten wurden, möchten sich jetzt ihren Weg bahnen. Das zeigt die inkontinente Blase deutlich an. Hier kann sich aber auch die Angst vor dem Verlust der Selbstkontrolle zeigen. Auch diese Angst besteht dann schon sehr lange.

Bettnässen bei Kindern:
Emotionen, die sich im Lauf des Tages ansammeln und die das Kind nicht äußern kann oder will, entleeren sich nachts, wenn der Verstand nicht mehr die Kontrolle hat. Hier kann es um Angst  vor drohender Strafe gehen. Oder um die Angst, nicht mehr geliebt zu werden, wenn man sein Innerstes nach Außen kehrt.  Angst, nicht „richtig“ zu sein. Möglicherweise gibt sich das Kind die Schuld an etwas (Streit oder Trennung der Eltern z. B.).
Auch ein unbewusstes Revierverhalten kann die Ursache sein. Hat das Kind das Gefühl, seinen kleinen Raum (Kinderzimmer, Schlafplatz) verteidigen zu müssen („markieren“)? Wird dieser Raum nicht respektiert? Und hat das Kind möglicherweise auch Angst vor vollkommener Dunkelheit? Hat es Angst, jemanden aus seinem engsten Umkreis zu verlieren (z.B. Elternteil oder bester Freund/beste Freundin bei Wegzug oder Schulwechsel)?

Reizblase

Die Reizblase hat ähnliche Symptome wie die Zystitis - allerdings ohne das schmerzliche Brennen und ohne das Auftreten von Bakterien. Hier herrscht ebenfalls ein "Druck auf der Blase" (ständiger Harndrang, aber nur wenig Urin). Neben den emotionalen Ursachen kann auch geprüft werden, welche Nahrungsmittel, Gewürze und Getränke die Blase reizen. Eventuell kommen auch Pathologien anderer, naher Organe infrage.

Emotional steht dahinter Trauer, die nicht oder nur schwierig zugelassen wird. Man sagt auch "die Blase weint". Es sind also Tränen, die den falschen Weg nehmen.

 

Fragen und Antworten, die hilfreich sein können:

  • Vor welcher Wahrheit fürchtest du dich?
  • Magst du die Wahrheit über dich nicht sehen?
  • Versteckst du dich und deine Gefühle?
  • Ist da Aggression, Wut und/oder Angst in dir, die du nicht wahrhaben möchtest?
  • Siehst du dein wahres ICH?
  • Warum möchtest du dich nicht weiter entwickeln (Starre)? Was könnte sich verändern?
  • Welche Situation hast du nicht betrauert, nicht beweint?
  • Gibt es etwas in der Vergangenheit, das du nicht loslassen möchtest? Oder das du nicht ruhen lässt? Diese Gefühle können nicht frei durch dich hindurch fließen.
  • Zu welchem Thema in dir gibt es eine Diskrepanz zwischen dem männlichen und dem weiblichen Anteil? Also zwischen Struktur und Entschlossenheit einerseits und Emotion und Intuition andererseits?
  • Wie bist du mit bestimmten, negativen Gefühlen umgegangen (die schon vor längerer Zeit entstanden sind)?
  • Hast du spürbare Anspannungen in dir? Wo im Körper?
  • Könnte es sein, dass du sehr hohe Erwartungen an dich selbst hast, die du nicht erfüllen kannst? Machst du dafür andere verantwortlich?
  • Deinen Partner vielleicht? Wirkt sich das auch auf der sexuellen Ebene aus (Frust)?

 

Was kannst du selbst tun?

Denke an dich. Sei dir wichtig. Sorge gut für dich.

 

Für Körper, Geist (Beruhigung des Denkens) und Seele ist Entspannung (im wahrsten Sinn des Wortes) enorm wichtig. Also kommt alles infrage, wobei du richtig gut loslassen kannst, was dein Herz hüpfen lässt, was dich durchatmen lässt. Sowohl für muskuläre als auch nervale als auch emotionale Anspannungen. Und gib diesen Auszeiten einen regelmäßigen (!) Raum in deinem Leben. Sei dir wichtig und wertschätze dich!


Trinke viel, v.a. stilles Wasser und/oder Kräutertee, bestimmte Säfte (alles, was die Blase nicht reizt).

 

Im Akutfall empfehle ich dir eine Craniosacralbehandlung oder Heilpulsen von Blase bzw. Kreuz- und Steißbein, Nacken, Kopf, Beine. Oder eine Shiatsu-Behandlung des Meridian-Systems. Im besten Fall lasse dich von einer kompetenten Therapeutin begleiten, um herauszufinden, welche seelischen Hintergründe für deine Beschwerden verantwortlich sind.

 

Letztlich ist es auch wichtig, zu prüfen, wo in deinem Leben großer und/oder permanenter Stress herrscht, der einen großen Einfluss hat auf dein körperliches und emotionales Wohlbefinden.

Der Heilprozess

Der Heilprozess führt hin zur Erkenntnis dessen, was die Krankheit verursacht (emotionale ungelöste Konflikte, alte schwächende Glaubenssätze, Trauma, Fremdenergien, Familiensystem, Epigenetik). Und somit dazu, in sich selbst seine nötigen und vorhandenen Ressourcen zu finden. Wir finden zurück zu unserer inneren Kraft, Wärme, Gelassenheit - und stärken damit das Vertrauen in unseren inneren Heiler.


Denn Körper und Geist sind IMMER darauf ausgerichtet, wieder in eine natürliche Ordnung zurückzukehren. Das ist die Selbstheilungskraft, die uns allen innewohnt.

 

 

Zum Schluss . . .

In meiner Praxis ist die Psychosomatik und die Organsprache Schwerpunkt. Das heißt, ich begleite dich gerne, wenn du die tieferen Ursachen und die Botschaft deines Körpers und deiner Seele erkennen und erfahren möchtest.

 

Diese Körper-Seelen-Arbeit erfordert deine Mitarbeit. Und manchmal ist es wirklich ARBEIT. Eine Arbeit, die sich in jedem Fall lohnt. Das zeigen unzählige Behandlungserfahrungen, die ich mit so vielen Patient*innen schon machen durfte.

 

Wenn du mehr zu diesem Thema wissen möchtest, abonniere meine Facebook-Seite. Ich werde regelmäßig zu verschiedenen Organen / Krankheitsbildern Informationen in diesen Blog und auf meine Facebook-Praxisseite stellen. Du kannst mich auch gerne anschreiben (hier oder in fb oder per email), wenn du weitere Fragen hast. Außerdem würde ich mich sehr über einen Kommentar von dir freuen.

 

Vielleicht magst du ja auch erzählen, ob du schon Erfahrungen mit der Organsprache und den Seelenbotschaften über den Körper gemacht hast?

 

Ich danke dir sehr für das Lesen bis hierher und wünsche dir eine gute, freudvolle Zeit und Gesundheit!

Herzlichst, Corinna

 

Mehr zum Thema Psychosomatik und Organsprache kannst du in diesem Blogartikel von mir lesen.

PS:

Leider erlaubt mir diese Webseite nicht, auf eure Kommentare zu antworten. Deshalb möchte ich mich auf diesem Wege für jeden Kommentar herzlich bedanken! Wer Fragen an mich hat, darf mich gerne per email kontaktieren. Ich freue mich.



Bilder: pixabay.de und eigene; Quellen: Christiane Beerlandt (Der Schlüssel zur Selbstbefreiung); Jaques Martel (Mein Körper-Barometer der Seele); Claudia Rainville (Metamedizin - Jedes Symptom ist eine Botschaft);

Kommentare: 4
  • #4

    Nicole (Montag, 04 März 2019 14:29)

    Wow Frau Kollegin. Super geschrieben. Und da sieht man mal wieder: die best gewählte Therapie nutzt nichts oder nicht ausreichend, wenn das dahinter liegende Thema nicht bearbeitet wird!! Viel Erfolg weiterhin!!!

  • #3

    Ricarda Vervoorst (Donnerstag, 28 Februar 2019 16:06)

    Liebe Corinna,
    Deine Artikel sind hochinteressant. Ganz besonders interessiert hat mich der Artikel über die Blase, da ich früher öfter Blasenentzündungen hatte. "Revier verletzt"! Sehr spannend ... da habe ich doch wirklich nach all den Jahren noch eine hyper-interessante Erkenntnis dazugewonnen. Heute habe ich Ruhe damit und jetzt weiß ich nochmal ein bisschen mehr warum :-) . Vielen vielen Dank dafür!!

  • #2

    Susanne Meurer (Samstag, 16 Februar 2019 10:10)

    Vielen Dank für für deine so bereichernden Texte. Du findest genau die richtigen Worte. Hast du dazu Büchertipps? Liebe Grüße Susanne, die sich schon auf deinen nächsten Blogartikel freut

  • #1

    Barbara (Donnerstag, 14 Februar 2019 13:56)

    Hach, da ist ja schon wieder so ein wunderbarer Artikel �.
    Dein Wissen ist so unschätzbar wertvoll, und du schreibst so verständlich darüber.
    Ich danke dir für diese höchst informativen Zeilen liebe Corinna!