Selbstfürsorge und Organsprache: Wie gut hörst du dir selbst zu?
Warum gerade sensible Menschen lernen dürfen, sich selbst genauso liebevoll zuzuhören wie anderen Menschen
Unser wundervoller Körper spricht oft bereits lange, bevor wir bereit sind zuzuhören.
Selbstfürsorge beginnt in dem Moment, in dem wir seine Botschaften wieder ernst nehmen. Bestenfalls, wenn sie noch leise sind. Spätestens aber, wenn sie lauter werden.
Manchmal geschieht etwas Merkwürdiges auf dem Weg der Heilung: Menschen, die besonders feinfühlig sind, und Menschen, die andere begleiten, zuhören, halten, stärken, und auch Menschen, die intuitiv spüren, was jemand gerade braucht - gerade SIE vergessen oft sich selbst. Nicht absichtlich, sondern weil sie sich selbst nicht an die erste Stelle in ihrem Leben setzen.
Kennst du das? Auch wenn du ein wirklich gutes Gespür für andere hast und sofort bemerkst, wenn jemand erschöpft ist - und auch wenn du Spannungen wahrnimmst, die andere noch gar nicht benennen können - hörst du zwischen den Worten. Liest du zwischen den Zeilen. Nimmst du Klänge und Schwingungen "dazwischen" wahr.
Selbstfürsorge beginnt mit einer ehrlichen Frage: Wie gehe ich mit mir selbst um?
Wie aufmerksam hörst du dir selbst zu? Frage dich einmal ganz ehrlich und schonungslos: "Wie gehe ich mit mir selbst um?"
Behandelst du dich mit der gleichen Geduld, die du anderen ganz selbstverständlich und gerne schenkst? Und mit der gleichen Milde? Mit dem gleichen Verständnis? Oder könnte es sein, dass du mit dir selbst viel strenger und gnadenloser umgehst?
Es gibt eine Instanz in uns, die ständig bewertet. Mehr oder weniger laut oder leise, vehement oder zart. "Das war noch nicht gut genug, da geht noch mehr. Du müsstest eigentlich stärker sein. Du solltest wirklich mehr schaffen. Du müsstest ..., du solltest ..., du könntest ..."
Ein kluger Mensch hat einmal gesagt: "Glaube nicht alles, was du denkst." Er hat so Recht. Selbstfürsorge bedeutet, diese bewertende Stimme in dir zu erkennen - und ihr nicht immer zu glauben, sondern sie zu hinterfragen. In dem Moment, wo ihre Aussage ein ungutes Gefühl hinterlässt. Weil echte und gute Selbstfürsorge eben kein permanentes Beurteilen bedeutet.
Organsprache: Die feinen Signale deines Körpers
Ich weiß gar nicht mehr, wie lange ich schon dies hier wiederhole, weil es so immens wichtig ist, zu wissen und zu integrieren: Dein Körper ist nicht dein Gegner! Niemals!
Sondern ein Botschafter. Ein Medium. Ein Übermittler. Ein Erinnerer. Dein bester Freund. Als Einheit fest verwoben mit deinem hohen spirituellen Geist und deiner hohen Seele. Der Körper ist nicht nur ein Klumpen Materie, der dir erlaubt, auf der Erde zu leben! Er IST irdischer Träger deines Seins, deines Selbst - und damit genauso wichtig für all deine Wahrnehmungen und Empfindungen.
Dein Körper spricht mit dir. Ständig. Zuerst leise - oder im Gefahrenfall auch mal sofort laut.
Seine leisen Signale sind etwa ein Gefühl von Müdigkeit (obwohl du genug Schlaf hattest), oder vielleicht erstmal leichte Spannungsschmerzen in Nacken oder/und Kopf, ein subtiler innerer Druck in Brust, Hals oder im Kiefer, den du dir nicht erklären kannst, schleichend auftretende Rückenschmerzen, leise Gelenkbeschwerden, diffuse Sehstörungen, erhöhter Blutdruck, Unwohlsein im Bauch, kleinere Hauterscheinungen, und und und.
Diese Signale sind (noch) keine organischen oder funktionalen Störungen. Sie sind flüsternde Hinweise.
Woher kommen diese Hinweise des Körpers?
Die moderne Stress- und Traumaforschung bestätigt etwas, das viele spirituelle Traditionen schon lange wussten:
Unser Nervensystem reagiert sensibel auf Überforderung, emotionale Spannungen und innere Konflikte. Und das Nervensystem ist auf das feinste verbunden mit jedem Bereich deines Körpers.
Wenn wir dauerhaft über unsere Grenzen gehen, versucht der Körper, uns wieder in Balance zu bringen.
Er agiert niemals gegen uns – sondern immer mit und für uns.
Dann genügt schon ein Moment der ehrlichen Selbst-Wahrnehmung:
Was brauche ich gerade wirklich?
- Ruhe und Stille?
- Rückzug?
- Ein Gespräch?
- Bewegung?
- Etwas gutes, nährendes zu essen?
- Ein Gebet?
- Ein schamanisches oder anderes Ritual?
- Ein offenes Wort?
- Die Klärung meiner eigenen Werte?
- Eine Neuausrichtung?
- Eine ehrliche Entscheidung?
- Die Trennung von etwas oder jemandem?
- Das radikale Anerkennen und laute Aussprechen meiner inneren, drängenden Emotion?
Selbstfürsorge beginnt dort, wo wir uns diese Fragen ehrlich erlauben!
Deine ganz persönlichen WERTE sind dein innerer Kompass
Ein wichtiger Teil der Selbstfürsorge wird erstaunlich selten angesprochen: Die eigenen Werte. Deine Werte sind dein innerer Kompass! Lass dich von ihm führen, er ist immer ehrlich zu dir.
Viele Menschen leben - meist unbewusst - nach Erwartungen anderer: Nach gesellschaftlichen Vorstellungen, familiären Prägungen oder inneren (verkehrten, überholten) Glaubenssätzen. Dass diese Lebensweise nicht gesund sein kann und zu einer inneren Instabilität führen muss, liegt auf der Hand, nicht wahr?
Echte innere Stabilität entsteht, wenn wir wissen: Wofür stehe ich eigentlich? Was sind meine innersten, wahren Überzeugungen? Meine Wahrheiten?
Vielleicht sind es Werte wie:
- Wahrhaftigkeit
- Mitgefühl, Empathie
- Freiheit
- Tiefe
- Verbundenheit
- Kreativität
- Spiritualität
- Freundschaft
- Aufrichtigkeit
- JA zum Leben
- Sicherheit
- Dankbarkeit
- Ausdruck
- Verbindung zur Quelle
- Selbstverantwortung
- Würde und Beachtung
- Liebe
- Zufriedenheit, Frieden
- Freiheit
- Achtsamkeit
Wenn du deine Werte kennst, entsteht etwas sehr Kraftvolles: Du kannst Entscheidungen treffen, die wirklich zu dir passen. Und plötzlich wird Selbstfürsorge nicht mehr zu einer zusätzlichen Aufgabe.
Sie wird zu einer natürlichen Folge deiner inneren Ausrichtung.
Selbstfürsorge ist kein Egoismus!
Viele Menschen haben über viele Generationen hinweg erlernt, dass sie immer zuerst an andere denken sollen. Du selbst hast deinen Stellenwert ganz weit hinten in der Reihe. So die alten Denkweisen. Es mag sein, dass sie etwas Ehrbares im Sinn hatten. Doch was wirklich passiert ist, ist dies: Wir haben VERlernt, uns selbst ebenso wichtig zu nehmen, wie andere! Wie sollte es da möglich sein, von anderen Menschen annehmen zu können, wenn sie über uns sagen, dass wir wichtig sind? Wir haben das abgelehnt, abgetan, den Kopf darüber geschüttelt! Wir haben es - kurz und bündig - nicht geglaubt! Und das ist fatal. Das rächt sich durch innere, falsche Glaubenssätze, die uns klein halten und unwürdig. Und deshalb fällt es uns auch so leicht, diese falschen Überzeugungen von uns und der Welt zu glauben!
Doch Fürsorge funktioniert nicht einseitig. Ein Brunnen, aus dem ständig Wasser geschöpft wird, muss auch wieder gespeist werden. Sonst versiegt er.
Selbstfürsorge bedeutet deshalb nicht, sich wichtiger zu nehmen als andere. Sie bedeutet, sich genauso wichtig zu nehmen.
Wenn du gut mit dir verbunden bist – mit deiner Kraft, deiner Klarheit und deiner inneren Ruhe – kann auch das, was du in die Welt gibst, aus einer anderen Qualität entstehen. Aus Fülle heraus. Denn aus Erschöpfung ist das nicht möglich!
Kleine Impulse für deine Selbstfürsorge
Vielleicht möchtest du dir heute einen Moment Zeit nehmen und dich fragen:
- Wo gehe ich im Alltag regelmäßig über meine eigenen Grenzen?
- Welche Situation, die ich kenne, raubt mir immer wieder Energie?
- Was gibt mir echte Kraft – jenseits von Pflicht und Erwartungen?
- Was sind meine Werte - und welche davon kommen gerade zu kurz?
- Und was wäre heute ein kleiner, liebevoller Schritt für mich selbst?
Selbstfürsorge muss nicht spektakulär sein. Sie muss auch nicht aus einem bombastischen Ritual entstehen. Manchmal beginnt sie mit einem Atemzug. Mit einem Spaziergang. Mit einem ehrlichen Nein. Oder einem wohlmeinenden Ja. Oder mit einem Moment der Stille. Höre in dich hinein - lausche deinem Körper, deinen Zellen. Sie wissen genau, was gerade gebraucht wird.
Auch Heiler*innen brauchen Fürsorge
Vielleicht bist du – genau wie viele Menschen, die sich mit Heilung beschäftigen – jemand, der andere auf ihrem Weg begleitet. Dann möchte ich dir sehr gerne einen erinnernden Impuls mitgeben:
Auch Heiler*innen brauchen Fürsorge.
Auch sie dürfen erschöpft sein. Zweifeln. Pausieren. Sich neu ausrichten. Ihre Werte überprüfen. Ihren inneren Kompass neu ausrichten.
Denn - wir wissen - Heilung beginnt nicht im Außen. Sie beginnt in der Beziehung, die wir zu uns selbst haben.
Du bist kein Tropfen im Ozean.
Du bist ein gesamter Ozean in einem Tropfen.
(Rumi)
Vielleicht besteht Selbstfürsorge manchmal einfach darin, sich genau daran wieder zu erinnern.
Mein Buch: "Die Magie der Organsprache"
Diese Gedanken zur Selbstfürsorge sind inspiriert von meinem Buch „Die Magie der Organsprache“, in dem ich beschreibe, wie der Körper als Botschafter unserer inneren Welt wirkt.
Mehr dazu kannst du auf meiner Webseite zum Buch erfahren. Bestellbar ist mein Buch überall dort, wo es Bücher gibt.
Copyright für diesen Artikel sowie für alle Artikel meiner Webseite: Corinna Stübiger

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Christiane (Montag, 16 März 2026 15:48)
Liebe Corinna,
mir ist, als hättest du diese Zeilen für mich geschrieben.
Ich danke dir so herzlich dafür!
Corinna (Montag, 16 März 2026 16:54)
Liebe Christiane: sie SIND für dich ;)
Herzlichst, Corinna
Christine Dienstag 17.3.2026 3:00 (Dienstag, 17 März 2026 03:08)
Liebe Corinna
mich sprechen deine Zeilen auch sehr an. Seit langem übe ich mich darin zur Quelle zu kommen, Engel zu erkennen, Organrufe wahrzunehmen. Nach einem Diäfehler bin ich um 1:30 erwacht und muss ständig meine rinnende und zugleich verstopfte Nase besänftigen (das war wohl ein deutlicher Ruf). Ich war den ganzen Tag sehr aktiv im Tun und habe es 15 MInuten geschafft tagsüber im Bett zu liegen, wo ich dann mit Gedankenflüssen konfrontiert war. Eine kurze Meditation hat mich herausgebracht aus dem Denken. Prinzipiell ist es noch eine Challenge für mich. Danke liebe Corinna, dass du mich wieder daran erinnerst.