Heilung durch Berührung - Heilsame Berührung .... das hört sich doch wundervoll an, oder?

Wie kann man berühren?


Durch die Hände. Durch Blicke. Durch Worte. Durch Gedanken. Durch Taten. In Liebe. Immer geschieht heilsame Berührung in Liebe.
Hände, Blicke, Worte, Gedanken, Handlungen OHNE Liebe..... wie soll das heilsam sein können? Fühlt sich eher unangenehm an, nicht wahr?

Eine Mama, die den Schmerz aus dem Knie ihres Kindes, das gerade gestürzt war, sanft wegstreichelt und wegpustet, die zärtliche Worte des Trostes spricht, die ihr Kind voller Mitgefühl ansieht, ist voller Liebe. Der Schmerz kann sich nicht mehr halten. Oder zumindestens lässt er sich jetzt leichter aushalten. Weil Liebe heilt.
Man mag jetzt sagen "Jaa, bei einer Mama und ihrem Kind ist das ja was anderes, da ist das ja leicht, Liebe zu empfinden. Und auch meinem Bruder, meiner Schwester oder meinem Partner gegenüber ist das nicht schwer. Wie kann ich aber einem Fremden gegenüber heilsame Liebe empfinden?"

Eine andere Frage: Wie kann ich es nicht?

Der Schlüssel ist das Herz. Mein Herz. Dein Herz. Unser aller Herz. Und das Wissen, dass wir nicht einzelne, voneinander getrennte Menschen sind. Jeder für sich alleine. Das wäre wirklich traurig.

Ich habe heute ein kleines Filmchen gesehen, in dem das gezeigt wurde, ohne Worte. Der kurze Film war sehr berührend - um beim Thema zu bleiben. Es ging um Aufmerksamkeit den anderen Menschen gegenüber, die um mich herum sind. Das Sehen und Erkennen der Menschen und von dem, was sie tragen an Kummer, Schmerz, Leid, oder anderen Problemen. Wenn jeder Mensch nur ein klein wenig aufmerksamer seinem Nächsten gegenüber ist, kann das in diesem Moment eine Welt verändern. Wenn wir ein klein wenig empathischer sind, mitfühlender, kann das unbeschreiblich heilvoll sein. Für alle Beteiligten. Diejenigen, die wahrgenommen wurden und denen gegenüber kleine, liebevolle Gesten oder Blicke oder Hilfestellungen gezeigt wurden, haben augenblicklich ihre Ausstrahlung verändert. Da war Erstaunen, Weichheit, Freude, Rührung in ihrem Blick.

Im selben Moment hat sich etwas verändert in ihnen, in ihrem Inneren - ihrer kleinen inneren Welt: sie haben sich geöffnet. Mauern können bröckeln. In dem Augenblick, da ich selbst eine solche liebevolle Aufmerksamkeit erfahre, finde ich in den Schlüssel in mir, mit dem ich meine eigene dicke Eichentür, hinter der mein Herz scheinbar sicher verborgen ist, öffne. Vielleicht erst nur einen kleinen Spalt breit. Doch der erste Schritt ist getan.

In der therapeutischen oder beratenden Energiearbeit ist es wichtig, ein offenes Herz zu haben, und bereit zu sein, andere Herzen zu berühren und sich selbst berühren zu lassen. Heilung kann nur so geschehen - für beide Seiten.

Ich habe im Laufe der Jahre gemerkt, wie sehr sich die Heilarbeit, die Erfolge, verändert haben in dem Maße, wie ich selbst mich verändert habe. Und zwar im Hinblick auf den Fokus, den ich früher hatte. In meinen Anfängen habe ich mich sehr auf die Techniken der Methoden konzentriert. Vermutlich ist das auch verständlich und normal, wenn man gerade anfängt, Menschen zu behandeln. Man hat gerade eine neue Therapiemethode erlernt, möchte alles richtig machen, und richtet seinen Fokus auf die Techniken, die Schritte, ein Schema. Das wirkt auch, keine Frage. Aber wie tief und wie lange und welche Ebenen erreiche ich damit?

Mit den Jahren wurde ich lockerer, entspannter. Ich habe sehr viel an und in mir selbst gearbeitet,  viele neue Erkenntnisse gewonnen, Erfahrungen gemacht, und immer wieder offenbarte sich mir die Kraft des Herzens. Dadurch konnte ich vieles in mir selbst in Ordnung bringen. Und Ordnung heißt Heilung. Natürlich hat sich das auch auf meine Art der Behandlung ausgewirkt, die sich dadurch mehr und mehr verändert und verbessert hat. Meine Einstellung zu vielen Dingen hat sich zum Teil grundlegend geändert. Und auch die Begegnung mit Menschen begann eine andere Qualität zu bekommen.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0